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Keime lauern auch an Orten, an denen man sie nicht vermuten möchte

Februar 13th, 2009 · No Comments

Wer glaubt, dass die heimische Toilette ein Keimparadies ist, der irrt. An vielen Stellen im Haus lauern Keimfallen, feiern Bakterien regelrechte Orgien, unerkannt und wohlbehütet. Sieht der Kühlschrank äußerlich und auf den ersten Blick sauber und hygienisch aus, wird man bei mikroskopischer Untersuchung feststellen, dass hier mehr als 100.000 Mikroorganismen ein neues Zuhause gefunden haben. Und dieser Wert gilt nicht für den ganzen Kühlschrank, das gilt pro zehn Quadratzentimeter. Der Spüllappen kann diese Zahl sogar noch toppen. Er ist die Heimat von rund 100 Millionen Organismen. Im Gegensatz dazu sind die 33.000 Kleinstlebewesen, die man auf der Toilettenschüssel finden kann, doch eine Nichtigkeit.

In den meisten Fällen benötigen Keime, um sich vermehren zu können, eine bestimmte Umgebung. Viele dieser kleinsten Lebewesen bevorzugen eine warme, dunkle und feuchte Umgebung. Wird der Spüllappen also nicht richtig oder regelmäßig gereinigt, können sich die unsichtbaren und ungebetenen Gäste ungestört vermehren. Wird mit solch einem verseuchten Lappen nun etwas abgewischt, können sich die Mikroben verteilen. Auf diese Weise können die Keime auch in unser Essen gelangen. Allerdings ist nicht jeder Mikroorganismus für den Menschen schädlich. Allerdings gibt es viele Keime, wie beispielsweise Salmonellen oder Campylobacter-Bakterien, die ernsthafte Erkrankungen hervorrufen können. Um einen Befall der Mikroorganismen bei Spüllappen zu vermeiden, sollte man darauf achten, dass diese immer gut ausgewaschen und zum schnellen Trocknen aufgehängt werden. Außerdem empfiehlt sich ein häufiger und regelmäßiger Wechsel von Schwämmen und Lappen, feuchte Oberflächen sollten mit einem trockenen Tuch nachgerieben werden.

Kühlschränke und Schneidebretter sind ebenfalls von den Mikroorganismen besiedelt. Da es im Kühlschrank mit rund 5° C in der Regel deutlich kälter als in der Umgebung ist, dauert es deutlich länger, bis sich die Keime vermehren und ausbreiten. Die herrschende Temperatur ist aber nicht niedrig genug, um die Keime abtöten zu können. Aus diesem Grunde sollte Hackfleisch, es ist besonders anfällig für derartige Keime, spätestens zwölf Stunden nach dem Kauf verzehrt werden. Auch Fisch und Fleisch sollten nur für maximal zwei Tage im Kühlschrank gelagert werden. Um einer Ausbreitung der Keime vorzubeugen, sollte der Kühlschrank zweimal im Jahr abgetaut werden und eine Reinigung mit heißem Essigwasser ist die richtige Wahl.

Aber nicht nur in der Küche lauern die oft gefährlichen Bakterien. Ebenfalls ein Whirlpool, auch Spa genannt, kann bei mangelnder Hygiene mit den Krankheitserregern kontaminiert werden.

Doch trotz dieser erschreckenden Zahlen, sollte man es mit der Hygiene nicht übertreiben. Wie bei fast allen Dingen gilt, zu viel Hygiene schadet. Wer in die Regale der Supermärkte blickt, der wird eine Vielzahl an Produkten finden, angefangen bei antibakteriellen Putz- und Spülmitteln über reine Desinfektionsmittel bis hin zur antibakteriellen Zahncreme ist alles erhältlich. Heute ist es möglich, alles und jeden permanent zu desinfizieren. Es sind vor allem Frauen, die sich durch die Werbeslogans dazu verführen lassen, Hygiene bis zur Perfektion zu betreiben. Doch eines vergessen diese schon waschsüchtig zu nennenden Frauen. Damit das Immunsystem gestärkt werden kann, bedarf es durchaus des Kontaktes mit entsprechenden Keimen. Wird es mit der Hygiene übertrieben, fehlen dem Immunsystem die so notwendigen Lernschritte. Heute ist es schon zur Gewohnheit geworden, mindestens einmal täglich zu duschen oder zu baden. Wird aber zu oft geduscht bzw. gebadet, entzieht man dadurch der Haut Feuchtigkeit und Fett, der natürliche Säureschutzmantel der Haut wird zerstört. Die Folgen sind oft Erkrankungen der Haut. In der Regel genügt es, mit einfachem Wasser zu duschen. Bei der täglichen Reinigung des Körpers ist ein komplettes Einseifen nicht notwendig.

Die Hausfrau scheint einen permanenten Kampf gegen Schmutz und Bakterien zu führen. Zu diesem Zweck verfügt sie über ein regelrechtes Waffenarsenal an Putzmitteln. Dabei genügt es meist für den normalen Hausputz einen herkömmlichen Haushaltsreiniger zu verwenden. Um Bakterien zu bekämpfen, eignet sich Essig ganz hervorragend. Der so genannte antibakterielle Reiniger zeigt nicht mehr Wirkung, als es herkömmliche Produkte tun.